Archiv der Kategorie ‘Allgemeines zum Klimawandel‘

 
 

Wundermittel Wasserstoff?

Ausführliche Artikel von Götz Warnke zum Thema Wasserstoff  Veröffentlich von DGS Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.

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Kommentar im Teil 3
Ja, richtig, wir brauchen Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Industrie und als Speichermedium für Überschuss-Strom. Weniger wichtig ist H2 schon für die Wärme- und Verkehrswende – da gibt es bessere Optionen, auch wenn einige Akteure/Profiteure das anders sehen möchten. Entscheidend jedoch ist, dass es sich bei dem Wasserstoff um grünen Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien handelt – und nicht etwa um türkisen oder blauen. Denn letztere sind nur ein “Verschiebebahnhof” für CO2 und die klimapolitische Verantwortung. Doch beim für eine grüne Wasserstoff-Wirtschaft mindestens notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien – ein Faktor 10-12 wäre angemessen – hat sich die Bundesregierung im vergangenen Jahrzehnt stark zurückgehalten bzw. noch stärker gebremst. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Regierungsparteien ihren Kurs sogar fortsetzen wollen. Was ist also diese Wasserstoffstrategie? Sie ist ein riesiges Wirtschaftsförderprogramm, das ganz wenig mit der Energiewende bzw. Klimaschutz zu tun hat, und ganz viel mit den Interessen der alten Energiekonzerne und ihrem zentralistischen Energiesystem (allmächtige Konzerne, abhängige “Verbraucher”). Grüner Wasserstoff dient da nur als “Mäntelchen” für den Einsatz der anderen Farben, wobei die Altmaiersche Wasserstoffstrategie eher einem trojanischen Pferd als einem potemkinschen Dorf gleicht. Wasserstoff als Wundermittel? Für die alte Energiewirtschaft in jedem Fall!

BLAUER WASSERSTOFF PERSPEKTIVEN UND GRENZEN EINES NEUEN TECHNOLOGIEPFADES

Studie zur Wasserstofftechnoloige AUTOR: DR. STEFFEN BUKOLD JANUAR 2020  Greenpeace Energie
Das Projekt der deutschen Energiewende steht erneut vor wichtigen politischen Weichenstellungen. Welche Technologiepfade der Wasserstoffwirtschaft sollen favorisiert und unterstützt werden? Soll Wasserstoff wie bisher mit Erdgas produziert, aber durch CCS dekarbonisiert werden? Das wäre der Weg des Blauen Wasserstoffs. Oder soll mit Grünstrom in Elektrolyseuren emissionsfreier GrünerWasserstoff hergestellt werden? Die folgende Kurzstudie liefert zu diesem Thema aktuelle Informationen und Argumente. Sie stützt sich dabei auf eine Auswertung der internationalen und deutschen Fachliteratur. In diesem Ergebniskapitel werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen. Detaillierte Ausführungen und Quellen befinden sich in den Hauptkapiteln, auf die jeweils verwiesen wird. Ein kurzes Glossar der Fachbegriffe er-leichtert den Einstieg
zur Studie

WEGE ZU EINEM KLIMANEUTRALEN ENERGIESYSTEM

Die deutsche Energiewende im Kontext gesellschaftlicher Verhaltensweisen

FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR SOLARE ENERGIESYSTEME ISE   Februar 2020

Zusammenfassung: In der vorliegenden Studie werden mögliche Entwicklungen des deutschen Energiesystems von heute bis zur Mitte des Jahrhunderts untersucht, die zu einer Reduktion energiebeding-ter CO2-Emissionen um mindestens 95 % bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Vergleichswert aus dem Jahr 1990 führen. Ergänzende Untersuchungen befassen sich mit zwei Szenarien zur vollständigen Reduktion energiebedingter CO2-Emissionen.Neben Fragen der technischen Machbarkeit und der Kosten spielt gesellschaftliches Verhalten eine maßgebliche Rolle dafür, ob und in welcher Form eine Umsetzung der Energiewende gelingt. Um diesem Aspekt Rechnung zu tragen, werden in der Studie vier Hauptszenarien untersucht, bei denen jeweils bestimmte Verhaltensweisen und Einstellungen eine dominante Rolle spielen und somit den Rahmen für die weitere Ent-wicklung der Energiewende vorgeben.

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Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz

Lösungen im Dialog finden

Das Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz von BUND und NABU Baden-Württemberg engagiert sich seit 2012 dafür, dass die überfällige Energiewende naturverträglich erfolgt. Es berät, schult und informiert Naturschutzinteressierte und moderiert bei Konflikten zwischen den Beteiligten – immer in der Überzeugung, dass sich im konstruktiven Dialog die besten Lösungen finden lassen.

Themenbereiche: Windenergie, Solarenergie, Stromnetze, Klima und Energie

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Klima-Pakt Ihr Bekenntnis zu wirksamem Klimaschutz

Was soll der Klima-Pakt bewirken?

Alle am Klima-Pakt Beteiligten tragen persönlich dazu bei, den CO2-Verbrauch im privaten und beruflichen Bereich auf das Notwendigste zu reduzieren.

Ganz konkret verpflichten sie sich, ihren aktuellen persönlichen CO2-Fußabdruck über den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes im Internet festzustellen und dafür zu sorgen, dass dieser mindestens ein Viertel unter dem deutschen Durchschnitt liegt oder dieses Ziel spätestens innerhalb eines Jahres erreicht wird. Dieser Durchschnittswert liegt derzeit (2020) bei 11,6 Tonnen; ein Viertel weniger entspricht 8,7 Tonnen. Mittelfristig ist vollständige Klimaneutralität anzustreben.

Durch diesen persönlichen Einsatz soll auch den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft signalisiert werden, dass eine große Bevölkerungsschicht bereit ist, auch persönlich einschränkende Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion mitzutragen, wenn es um die Rettung des Klimas und die Zukunft unserer Nachkommen geht.

Wasserstoff für Europa soll aus der Wüste kommen

Artikel in der Zeitschrift b”Erneuerbare Energien” vom 26.11.2019

Desertec hat sein Geschäftsmodell geändert. In Zukunft liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf Strom für Afrika, sondern auf Wasserstoff, der nach Europa geliefert werden soll.

Lange hat man nichts mehr von Desertec gehört. Was 2009 als vermeintliche Lösung der Energieversorgung Europas mit Sonnen- und Windstrom aus der Wüste gestartet ist, hat inzwischen ein neues Ziel bekommen. Denn die beteiligten Unternehmen wollen Europa nicht mehr mit Strom beliefern. Schließlich ist inzwischen klar, dass selbst im hohen Norden die Sonne oft genug scheint, so dass auch dort der Solarstrom die Netzparität erreicht hat. Da kann der zwar im Nahen Osten und Nordafrika – bekannt als MENA-Region – der Strom noch preiswerter hergestellt werden. Doch der Transport hätte angesichts der fallenden Preise sowohl für Solar- als auch für Windkraftanlagen die Bilanz verhagelt.

„Wende in der Wende“

Inzwischen haben die beteiligten Unternehmen und Organisationen das Geschäftsmodell gedreht. In Zukunft soll der üppige Wind- und Solarstrom, der in den MENA-Ländern produziert wird, in Form von Wasserstoff nach Europa – und sicherlich auch in die Welt – kommen.

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Strombasierte Kraftstoffe Saubere Energie für Lkw, Schiffe und Flugzeuge.

Stichworte zu dem Thema auf einem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderten Infoflyer:

  • Die Produktion von sauberen Stromkraftstoffen ist schon jetzt möglich
  • Klimaneutrale Kraftstoffe: Saubere Energie für Lkw, Schiffe und Flugzeuge
  • Einfache Anwendung – hoher Energiebedarf in der Produktion
  • Vielfältig einsetzbar
  • Wachstumschancen: Exportpotenzial für deutsche Umwelttechnologie

Ein Fazit:  Strombasierte Kraftstoffe sind einfach speicherbar und weisen zugleich eine hohe Energiedichte auf. Zudem können bestehende Infrastrukturen, wie z. B. Tankstellen, weiter genutzt werden. Produktion und Nutzung der Kraftstoffe gehen jedoch mit einem hohen Energieverlust einher, sodass große Mengen erneuerbaren Stroms für die Herstellung von strombasierten Kraftstoffen benötigt werden. Das macht sie auch langfristig teuer. Die neuen Kraftstoffe müssen daher perspektivisch aus Regionen mit großen Potenzialen günstiger erneuerbarer Stromerzeugung importiert werden.

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Globale Methanemissionen steigen auf Rekordhoch – Investitionen in Erdgas sind verantwortungslos

Beitrag von Joseph Fell vom 24. April 2020

Noch immer hält sich hartnäckig die Meinung, dass Erdgas eine notwendige Übergangstechnologie auf dem Weg zu 100 % Erneuerbaren Energien sei. Begründet wird dies mit den geringeren CO2-Emissionen von Erdgas beim Verbrennen in Kraftwerken oder Heizungen, im Vergleich zu Kohle oder Erdöl. Doch dabei wird oft bewusst verschwiegen oder einfach übersehen, dass in der Vorkette der Bereitstellung von Erdgas bereits hohe Methanemissionen auftreten, infolge von Leckagen bei den Bohrlöchern und Pipelines. Dabei ist Methan wesentlich klimaintensiver als CO2. Neben den genannten Erdgasleckagen sind die Massentierhaltung von Rindern, der Reisanbau und insbesondere das zunehmende Auftauen von Permafrostböden die Ursache für Methanemissionen. Laut den neuesten Daten der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA ist die Methankonzentration in der Atmosphäre im letzten Jahr auf ein Rekordhoch von 1875 ppb gestiegen. Aber nicht nur die Methankonzentration ist so hoch wie noch nie, sondern auch der jährliche Anstieg ist der zweithöchste innerhalb der letzten 20 Jahre.

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„Hinter dem Wasserstoff-Thema verbirgt sich die größte Gelddruckmaschinerie“

Artikel von    vom 06.02.2020 Im Handelsbaltt

Forschungsministerin Anja Karliczek und Wasserstoff-Experte Robert Schlögl diskutieren die Chancen und Risiken einer Wasserstoffwirtschaft – und mahnen zur Eile.

Berlin Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) will in der Nationalen Wasserstoffstrategie verbindliche Ziele festschreiben. Sie könne sich vorstellen, „dass wir am Ende in dem Papier konkret sagen: Im Jahr 2040 wollen wir 800 Terawattstunden unseres Energiebedarfs aus grünem Wasserstoff decken“, sagte die Ministerin dem Handelsblatt im gemeinsamen Interview mit dem Chemie-Professor Robert Schlögl. Der Jahresendenergieverbrauch in Deutschland liegt derzeit bei rund 2500 Terawattstunden. „Für das Jahr 2050 sollte das Ziel noch ambitionierter ausfallen“, ergänzte sie.

Damit geht Karliczek über den Entwurf der Nationalen Wasserstoffstrategie aus dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hinaus, die sich derzeit in der Ressortabstimmung befindet. In Altmaiers Entwurf fehlen solche Festlegungen bislang.

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How to Win the New Climate War

Artikel von Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. vom 17.4.2020

Im „Skeptical Inquirer Magazine“ erschien vor kurzem ein Kommentar des renommierten Klimaforschers Michael E. Mann mit dem etwas martialischen Titel „How to Win the New Climate War“, wir haben ihn hier frei für Sie übersetzt. Der Professor für Atmosphärenwissenschaft und Direktor des Earth System Science Center an der Penn State Universität, ist Autor zahlreicher Bücher, u.a. auch dem aktuellen Bestseller „The Madhouse Effect“ (auf Deutsch hier bei der DGS erschienen).

Wie man den neuen Klimakrieg gewinnt

“Es besteht eine allgemeine wissenschaftliche Übereinstimmung, dass … die Menschheit das globale Klima … durch die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe beeinflusst. … Es gibt einige potenziell katastrophale Ereignisse, die in Betracht gezogen werden müssen. … Der Mensch hat ein Zeitfenster von fünf bis zehn Jahren, bevor … harte Entscheidungen über … Energiestrategien kritisch werden könnten. … Sobald die Auswirkungen messbar sind, sind sie möglicherweise nicht mehr umkehrbar.”

Sie könnten annehmen, dass diese prophetischen Worte einst von Al Gore gesprochen wurden. Damit wären Sie jedoch auf dem vollkommen falschen Dampfer, denn es sind vielmehr die Worte der Experten des fossilen Brennstoffgiganten ExxonMobil, die in kürzlich ausgegrabenen internen Dokumenten aus den 1970er Jahren zu Tage traten.

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