Archiv der Kategorie ‘Allgemeines zum Klimawandel‘

 
 

Deutschlands Rechnung zur Energiewende geht nicht auf

Artikel aus dem Handelsblatt vom 8.10.2019

Eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien ist derzeit unrealistisch. Ein Erdgas-Ausstieg wäre daher unverantwortlich – zumal die CO2-Bilanz gering ist.

Deutschland hat ein gravierendes Problem, das sich in zwei Zahlen fassen lässt: Der gesamte Endenergieverbrauch beläuft sich auf 2500 Terawattstunden jährlich. Dem stehen nur 180 Terawattstunden gegenüber, die mittels Wind und Sonne produziert werden. Zwischen diesen beiden Zahlen klafft eine riesige Lücke.

Sie wurde bislang im Wesentlichen mithilfe fossiler Brennstoffe und von Atomkraftwerken geschlossen. Die Nutzung der Kernenergie wird in Deutschland – aus guten Gründen – schon Ende 2022 Geschichte sein. Der Ausstieg aus der Kohle ist beschlossene Sache. Zugleich wird der Ausstieg aus der Nutzung von Öl im Verkehrs- und im Gebäudesektor mit hohem finanziellem Aufwand eingeleitet.

Was bleibt also, um die Lücke zwischen 2500 und 180 Terawattstunden zu schließen? Die Potenziale von Biomasse und Wasser gelten als ausgereizt – auch aus politischen Gründen. Der Anteil von Wind und Sonne wird also weiter wachsen müssen. Und zusätzlich wird Erdgas als letzter fossiler Energieträger noch über viele Jahre eine wichtige Rolle spielen.

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Die Klimakrise ist unser dritter Weltkrieg

Es ist höchste Zeit etwas gegen die Klimakrise zu unternehmen. Wenn nicht, dann droht unserer Zivilisation das Ende, so zumindest die Meinung vieler Forscher. Auch Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt: Der Klimanotstand ist unser 3. Weltkrieg.
FOCUS Magazin | Nr. 25 (2019)  hier lesen

Erdgas leistet keinen Beitrag zum Klimaschutz

Der Umstieg von Kohle und Erdöl auf Erdgas beschleunigt den Klimawandel durch alarmierende Methanemissionen

Energy Watch Group Erdgasstudie September 2019

Erdgas wird immer wieder als klimafreundliche Alternative für den Strom-und Wärmebereich dargestellt und als „Brückentechnologie“ eine Schlüsselrolle auf dem Weg zu einem nachhal-tigen Energiesystem zugeschrieben. Betrachtet man jedoch neben den Kohlendioxidemissi-onen auch die Methanemissionen, so zeigt sich, dass eine auf Erdgas basierende Klimaschutz-strategie das genaue Gegenteil bewirkt. Einsparungen von Kohlendioxid bei der Verbren-nung vor Ort werden nur durch deutliche Erhöhungen der Methanemissionen in der Gesamt-kette erkauft. Insgesamt erhöhtdie Umstellung von Kohle und Erdöl auf Erdgas in Kraftwerken und Heizungen sogar den Treibhauseffektdes Energieverbrauchsum rund 40%.Gekoppelt mit gleichzeitigen Hemmnissen für erneuerbare Energiequellen wird so ein zukunftsfähiges emissionsfreies Wirtschaftssystem verhindert und wirksamer Klimaschutz blockiert. Dennoch wird das höchst klimaschädliche Erdgas weiterhin von vielen Regierungen mit Subventionen und durch indirekte Fördermaßnahmen unterstützt, trotzparalleler Bekenntnissefür die damit unvereinbaren Pariser Klimaschutzziele.

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Sektorenkopplung Klimaschutz mit Strom für Wärme und Verkehr

Deutsche Umwelthilfe  Hintergrundpapier 10.1.2017

In diesem Hintergrundpapier wird der Klimanutzen verschiedener Optionen zur Nutzung von Strom zur Wärmeerzeugung und von Strom in der Mobilität  diskutiert:.

Die Beschlüsse der Klimakonferenz in Paris vom Dezember 2015 erfordern eine Reduktion der THG-Emissionen um 95 Prozent bis 2050. Neben dem Stromsektor müssen daher bis 2050 auch die Energieverbrauchssektoren Wärme und Verkehr treib hausgasneutral werden. Dazu müssen zunächst Effizienzmaßnahmen ergriffen werden, um den bisherigen Energieverbrauch in allen drei Sektoren deutlich zu reduzieren. Der verbleibende Energiebedarf wird zum größten Teil aus erneuerbaren Energien gedeckt werden müssen. Neben den direkt einsetzbaren Energien wie Solarthermie oder Biomasse ist dazu erneuerbarer Strom vor allem aus Sonne und Wind erforderlich. Hierfür müssen die Sektoren Wärme und Verkehr mit dem Stromsektor „gekoppelt“ werden. Sektorenkopplung wird außerdem als Flexibilitätsoption zur Stabilisierung eines Stromsystems mit großen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung diskutiert.

Das vorliegende Hintergrundpapier beschreibt die Voraussetzungen und Chancen der Kopplung der Bereiche Wärme und Verkehr mit dem Stromsektor

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Klimawandel? Gab es schon immer!

TELEPOLIS

Ein Pseudoargument als Zeugnis haarsträubender Denkfaulheit: Wie ideologische Verblendung den selbstkritischen Verstand ausschaltet

Standard-Pseudoargument

Unter den vermeintlichen “Argumenten” gegen die Dringlichkeit der Ergreifung hinreichend geeigneter Maßnahmen gegen die Folgen eines menschengemachten Klimawandels und damit mittelbar gegen eine forcierte Energiewende taucht in der Debatte früher oder später beinahe so sicher wie das Amen in der Kirche ein Pseudoargument auf: “Klimawandel gab es schon immer …”

Im Grunde ist das ein Rückzugspseudoargument, welches indirekt eingesteht, was vor noch nicht allzu langer Zeit glattweg geleugnet wurde: Dass sich aktuell das Klima erwärmt. Dieser Standpunkt ist heutzutage angesichts der immer klareren Daten [1]- und Faktenlage [2] nur noch vereinzelt anzutreffen. Man will sich nicht mehr mit einer offenkundig kontrafaktischen Haltung lächerlich machen. Nur die Klimaerwärmung [3] anzuerkennen, welche zuvor vehement abgestritten wurde, ohne das ehrliche Eingeständnis, sich früher fundamental geirrt zu haben, ist zumindest ein Indiz für Unglaubwürdigkeit und fehlende Seriosität und untermauert, dass es dieser Fraktion oftmals in Wahrheit gar nicht um den Klimawandel geht, sondern darum, die Energiewende zu torpedieren.

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Methan, ein Megaproblem der Klimakrise

Unbemerkt von der öffentlichen Diskussion vollzieht sich zurzeit in Deutschland, aber auch weltweit ein dramatischer Wandel beim Brennstoffeinsatz zur Strom- und Wärmeerzeugung. In Deutschland ist dies unter den Begriff “Fuel switch” bekannt geworden. Es ist die modernere Variante der alten Theorie vom Erdgas als der Brückentechnologie. Sie soll den Erneuerbaren Energien angeblich zum Durchbruch verhelfen. Die Erzähler dieser Geschichte sprechen nur vom Verbrennungsprozess und dessen geringeren CO2-Emissionen im Vergleich zur Kohle. Das ist eine sehr selektive Betrachtungsweise, die sich nicht damit auseinandersetzt, dass Methan, aus dem Erdgas zum allergrößten Teil besteht, nicht vom Himmel fällt, sondern einen langen Prozess der Förderung, der Reinigung und des Transports hinter sich hat, bevor es vor Ort verbrannt wird.

„Erdgas, also Methan, CH4, wird als umweltfreundlich gepriesen, weil bei seiner Verbrennung nur 0,20 kg CO2 pro kWh Heizenergie entstehen, bei Heizöl aber 0,28 und bei Kohle 0,35. Dabei wird nicht bedacht, dass bei der Förderung und Verteilung von Erdgas bis über 10 % unverbranntes Methan in die Atmosphäre gelangen. Das Methan-Molekül ist 56 mal klimawirksamer als CO2; sein CO2-Klimaäquivalent ist 56. Allerdings ist die Verweildauer von Methan in der Atmosphäre ca. 10 mal kürzer als die von CO2, aber in den 10 bis 20 Jahren, die uns noch für die Klimarettung verbleiben, ist CH4 immer noch 45 mal wirksamer als CO2, und nicht 20 mal, wie oft behauptet wird. Zu jedem Molekül CO2, das bei der Verbrennung eines CH4-Moleküls entsteht, kommen also bei 10 % Leckagen noch 45 * 10 % = 4,5 CO2-Klimaäquivalente durch das unverbrannte Methan dazu. Die Erdgaswirtschaft ist also nicht halb so Klima schädlich wie die Kohlewirtschaft (s.o.), sondern 0,5 * (1 + 4,5) = 2,75 mal Klima schädlicher.

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Wasserstoffstudie Nordrhein-Westfalen

Welche ökonomischen und klimarelevanten Potenziale hat der Wasserstoff in einem künftigen Energiesystem? Durch den zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien und die voranschreitende Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie unterliegt das deutsche Energiesystem einem grundlegenden Wandel, der nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch wirtschaftliche Chancen durch neue Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und eine Reduktion der Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen bietet. In diesem Zusammenhang kann Wasserstoff, der vornehmlich mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom produziert werden wird, als universeller Energieträger in den genannten Sektoren und als Langzeitspeicher großer Energiemengen einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

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BEE-Energiewende-Szenario 2030

Nachdem bereits im Februar diesen Jahres in Berlin drei für die Energiewende wichtige gesellschaftliche Institutionen eine Vergleichsstudie [1] ihrer innerhalb der letzten zwei Jahre publizierten Grundsatzstudien vorgestellt hatten – die DGS-News berichteten[2] – trat nun im Mai der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) mit einem eigenen „BEE-Szenario 2030“ in die Diskussion um den weiteren Weg der Energiewende ein.[3] Der Untertitel heißt zwar „65% Erneuerbare Energien bis 2030“. Doch die Studie bezieht sich auf den Stromsektor, für den im Koalitionsvertrag der derzeitigen, von Union und SPD getragenen Bundesregierung für 2030 ein Anteil Erneuerbarer Energien (EE) von 65 %  festgeschrieben ist. Dabei hängt natürlich die insgesamt anzusetzende Menge der EE (in Terrawattstunden/TWh) von der angenommenen Höhe des Gesamtstromverbrauchs ab.  ………..

Bei einem Gesamtstromverbrauch von 740 TWh in 2030 müssten bei Beibehaltung des 65%-EE-Ziels dann 481 TWh Strom mit Erneuerbaren Energien abgedeckt werden – deutlich mehr, als jene 384 TWh EE aus den Berechnungen der Übertragungsnetzbetreiber zum Szenariorahmen B des aktuellen  Netzentwicklungsplans. Um das 65%-Ziel in 2030 zu erreichen, „ist gemäß BEE-Szenario 2030 eine jährliche Installation von 4.700 MW Windenergie Onshore, 1.200 MW Windenergie Offshore, 10.000 MW Photovoltaik, 600 MW  Bioenergie, 50 MW Wasserkraft und 50 MW Geothermie  notwendig.“ weiter lesen

Verband kritisiert Subventionen für US-Fracking-Gas

Für den Import von Flüssiggas (LNG) aus den USA werden die Steuerzahler zur Kasse gebeten. Mit dieser klaren Aussage kritisiert der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) die Politik der Koalitionsparteien und die darin festgeschriebenen Subventionen für eine Fracking-Gas-Infrastruktur. Sogar der Bundesrat hatte am 7. Juni 2019 der von der Bundesregierung eingebrachten “Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Aufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland “ zugestimmt, mit Unterstützung einiger grüner Landespolitiker aus grünmitregierten Bundesländern. Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) „hat keinerlei Verständnis dafür, dass Schleswig-Holsteins Verbraucher und Steuerzahler ausgerechnet die Verwertung klimaschädlicher fossiler Energieträger fördern sollen“, sagt Helge Spehr, Vorstandsvorsitzender des VSHEW und Geschäftsführer der Stadtwerke Rendsburg. weiterlesen

Klares Bekenntnis der deutschen Bevölkerung zu Erneuerbaren Energien

Berlin, 08. Oktober 2018 – Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur Energiewende ist ungebrochen. 93 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sprechen sich für eine stärkere Nutzung und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien aus – auch wenn dies in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geschieht. Das geht aus der diesjährigen Akzeptanzumfrage der Agentur für Erneuerbaren Energien (AEE) hervor.

In der repräsentativen Umfrage, die durch das Meinungsforschungsinstitut Kantar EMNID durchgeführt wurde, befürworten 93 Prozent der Befragten den stärkeren Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland. „Die seit vielen Jahren hohe und stabile Zustimmung für Erneuerbare Energien zeigt, dass den Befragten Klimaschutz und Energiewende wichtige Anliegen sind, unabhängig von der jeweils aktuellen politischen Diskussion“, sagt Nils Boenigk, kommissarischer Geschäftsführer der AEE.

Das spiegelt sich in der diesjährigen Akzeptanzumfrage auch in der hohen Zustimmung (63 Prozent) zu einem möglichen Bau einer Erneuerbaren-Energien-Anlage in der Nachbarschaft wider. Insbesondere die Bürgerinnen und Bürger, die bereits in der Nähe solcher Anlagen wohnen, sind ihnen gegenüber aufgeschlossen. So bewerteten 83 Prozent der Solarpark-Anrainer und 69 Prozent der Befragten mit einer Windenergieanlage in der Nachbarschaft die jeweiligen Anlagen als positiv.

Artikel von AGENTUR FÜR ERNEUERBARE ENERGIEN